Zwischen Unterlassung und ökologischer Verantwortung: Klimajournalismus in Zeiten kognitiver Dissonanz

Abstract

Mehr als eine Dekade der Nicht-Kommunikation, der Untätigkeit und des Verdrängens liegt hinter uns. Heiße, trockene Sommer, grenzüberschreitende Jugendproteste und eine ‚Jahrhundertflut‘ im Westen Deutschlands haben den Klimawandel in das öffentliche Bewusstsein gedrängt und gezeigt: Klimawandel passiert hier vor Ort, vor der Haustür jedes und jeder Einzelnen. Expertinnen und Experten weltweit sind sich einig: Eine sofortige Reduktion von Emissionen ist längst überfällig. Vor und neben dem Handeln steht aber eine Verständigung über Probleme, Verantwortlichkeiten, angemessene Reaktionen und Ziele im Klimaschutz. Und dafür ist Klimakommunikation so wichtig, verstanden als das öffentliche Selbstgespräch der Gesellschaft über das Thema Klimawandel. Wir zeichnen die großen Linien dieses Gesprächs nach, werfen einen Blick in Richtung USA, diskutieren blinde Flecken des Journalismus und erklären, wie der Berufsstand seiner ökologischen Verantwortung gerecht werden könnte.

Brüggemann, Michael; Jörges, Susan (2022): Zwischen Unterlassung und ökologischer Verantwortung: Klimajournalismus in Zeiten kognitiver Dissonanz. In KLIMA vor acht (Ed.): Medien in der Klima-Krise. München: Oekom, pp. 27–44.

How Investigative Journalists Around the World Adopt Innovative Digital Practices

Abstract

This article explores how investigative journalists around the world adopt innovative digital practices in their daily work, what challenges they perceive to the adoption of digital practices, and how they cope with those challenges. We interviewed 133 journalists from 60 countries. Utilising the lens of the Diffusion of Innovations Theory, we found that journalists generally perceive the impact of digital practices as positive, but structural and individual factors heavily influence the adoption processes. Journalists from the Global South stress the importance of simple everyday technology and report that they only have limited access to data, which is in stark contrast to interviewees from the Global North. Journalists across countries feel overwhelmed by the need for digital skills, especially those related to digital security. They often work in interdisciplinary teams to address these challenges, which allows them to combine skills and tackle more complex topics. Overall, we found that traditional approaches remain indispensable to investigative work around the world, while innovative digital practices are adopted cautiously in accordance with the journalistic mission. We call for a global network to facilitate diffusion of digital practices, addressing that journalists from the Global South are often laggards against their will due to contextual factors.

Jessica Kunert, Jannis Frech, Michael Brüggemann, Volker Lilienthal & Wiebke Loosen (2022) How Investigative Journalists Around the World Adopt Innovative Digital Practices, Journalism Studies, 23:7, 761-780, DOI: 10.1080/1461670X.2022.2033636

Klimawandel und Klimapolitik bleiben trotz COVID-19-Pandemie etablierte Themen

Medienrezeption während der UN-Klimagipfel 2015, 2018, 2019 und 2021

Abstract

Der Klimawandel ist seit Jahrzehnten Thema medialer Berichterstattung. Im Rahmen der regelmäßigen Befragungen im Projekt “Down2Earth” an der Universität Hamburg wurde bereits in der Vergangenheit in Media Perspektiven mittels Mediennutzungsdaten beschrieben, wie die gesellschaftliche Relevanz des Themas in Deutschland seit 2015 deutlich anstieg. Durch die Pandemie kam es jedoch zu Veränderungen, die sich auch auf die Themenwahrnehmung der Mediennutzenden zum Klimawandel ausgewirkt haben. Deshalb wurden die Befragungsdaten um einen weiteren Zeitpunkt (November 2021) erweitert, der die beschriebenen Trends während einer globalen Pandemie neu einordnet.

Guenther, Lars; Reif, Anne; De Silva-Schmidt, Fenja; Brüggemann, Michael (2022): Klimawandel und Klimapolitik bleiben trotz COVID-19-Pandemie etablierte Themen. Medienrezeption während der UN-Klimagipfel 2015, 2018, 2019 und 2021 (4), pp. 192–202.